Les (Art)Ists

Virgil 80 print sweatshirt

Blue cotton Virgil 80 print sweatshirt from Les (Art)Ists featuring a round neck, dropped shoulders, long sleeves, a ribbed hem and cuffs and an oversized fit.

Designer Style ID: 1864SWFOOTVIRGIL80

Farbe: Discharge blue

Zusammensetzung:
Baumwolle 100%
Pflegehinweis:
maschinenwaschbar

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22.04.1968

SOZIOLOGIE / FRANKFURTSo finster

Von der Empore der Frankfurter Kongreßhalle flatterten Handzettel in den Saal; "Die Verfolgung und Ermordung der Soziologie, dargestellt von der Scheuchspielgruppe des Instituts für vergleichende Sozialforschung unter Anleitung des Zwingherrn Erwin Kurt Scheuch."
Tatsächlich war die Szene des 16. Deutschen Soziologentages, der vorletzte Woche stattfand, längst zum Tribunal geworden. Und was als wissenschaftlicher Dialog über das Thema "Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?" geplant gewesen war, endete als studentisches Teach-in.
Zum erstenmal waren Studenten als gleichberechtigte Diskussionspartner in den Plenarsitzungen zugelassen, und zum erstenmal auch trat auf einem Soziologentag die meist Soziologie studierende Elite des SDS ihren verdatterten Lehrern gegenüber.
"Nun sagen Sie doch mal, was Sie zu sagen haben", blaffte der Frankfurter Soziologiestudent Hans-Jürgen Krahl, der gern als Nachfolger von Rudi Dutschke Chefideologe des SDS werden möchte, den Konstanzer Soziologieprofessor und Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) Ralf Dahrendorf, an. Dem Kölner Professor Scheuch warf er "wissenschaftliche Unredlichkeit" vor.
Freilich, Dahrendorf und Scheuch als Empiristen -- von Kritikern wegen ihrer Auszählmethoden "Fliegenbeinzähler" genannt -- waren von der sogenannten Frankfurter Soziologenschule, die Theodor W. Adorno anführt, schon lange eines ideenlosen Neopositivismus bezichtigt worden, der eine philosophische Gesellschaftskritik nach marxistischem Muster verhindere.
So half dem FDP-Politiker Dahrendorf auch nicht, daß er mit seiner roten Nelke im Knopfloch erschien, und Professor Scheuchs Versuch, seine studentischen Kontrahenten mit Coca-Cola, die er selbst aus dem Imbißraum holte, zu versöhnen, wurde lediglich mit Gelächter belohnt.
print sweatshirt 80 Art Ists Les print 80 Virgil Virgil Les sweatshirt Art Ists Den Sündern wider den Frankfurter Geist, Dahrendorf und Scheuch, hatte Adorno schon am ersten Kongreßtag Fakten-Fetischismus vorgeworfen. Sie versuchten, meinte das Oberhaupt der Frankfurter Schule, durch Daten über Einkommen, Lebensstandard und Bildung an einzelnen Individuen vorgeblich objektive Gesetze der sozialen Schichtung der Gesellschaft zu ermitteln und die tatsächliche Klassenstruktur der Gesellschaft zu verdecken.
Damit war die Konfrontation der beiden bundesdeutschen Soziologenschulen einmal mehr vollzogen. Die eine, vertreten durch Dahrendorf und Scheuch, sieht die Aufgabe der Soziologen pragmatisch -- zum Beispiel: in der Aufstellung von Stadtsanierungs-Plänen, in der Ausarbeitung von Modellen für eine Parteienreform und in der wissenschaftlichen Beratung der Parlamentarier. Die andere, repräsentiert durch Adorno und seine linken Jünger, will die Bedingungen für die Totalität der Gesellschaft radikal ändern.
"Das Leben des einzelnen", so versuchte Adorno den Pragmatiker Dahrendorf zu widerlegen, "kann nicht geändert werden; es müssen die Systembedingungen geändert werden."
In dieser Auffassung Adornos sah Dahrendorf hingegen den Grund dafür daß zwischen Theorie und Praxis in der Soziologie heule ein so breiter Riß klaffe, denn Theorien dieser Art verhinderten die gesellschaftliche Entwicklung und verketzerten die bestehenden Institutionen.
Schon heute, so mahnte der Konstanzer Soziologe, sei die Soziologie Frankfurter Observanz weit von der Praxis entfernt. Tausende von Soziologiestudenten müßten nach Abschluß ihres Studiums feststellen, daß sie mit ihren Theorien in der Praxis nicht gebraucht werden.
Freilich, gerade diese Tatsache versuchten die Jungsoziologen in Frankfurt wiederum der Soziologengesellschaft anzukreiden. Obwohl, so murrten sie gegen Präsident Dahrendorf, die Deutsche Gesellschaft für Soziologie seit vier Jahren einen Fachausschuß für Hochschul- und Studienfragen etabliert habe,
> gebe es bis heute keine präzisen Informationen über die Berufssituation der Soziologen,
80 sweatshirt print 80 Virgil Ists Les sweatshirt print Art Ists Art Virgil Les > wisse man nicht, wie viele Studenten das Fach studierten,
> habe man keine Vorstellungen über die Studienplanung für Soziologie. Allein an der Universität München haben sich im letzten Semester 197 Studenten für die Soziologie als Hauptfach entschieden. Die Zahl der Münchner Soziologiestudenten stieg auf rund 800 an, während das Institut nur für rund 200 Studenten eingerichtet ist.
Angesichts dieser nach Meinung der Adorno-Schüler von den Institutionen verursachten Mißstände sei der von Dahrendorf propagierte "institutionelle Weg" falsch. Vielmehr müßten die verfaulten Institutionen, die Ausdruck längst überholter Herrschaftsverhältnisse sind, beseitigt und Herrschaft in jeglicher Form verhindert werden. Adorno: "Herrschaft hat die Tendenz der Furchtbarkeit."
Damit, so konterte Dahrendorf den Gedankenflug seines Frankfurter Kollegen, schüre er nur den Pessimismus der Jugend gegenüber den Institutionen und fördere die Stagnation und Versumpfung der Gesellschaft.
Adorno: "Man soll sich nicht von dem Vorwurf des Pessimismus terrorisieren lasser, wenn die Aspekte tatsächlich so finster sind."

DER SPIEGEL 17/1968
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